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Das Thema Spiritualität erscheint zunehmend im Coaching. Sie ist etwas sehr Individuelles, sogar Intimes. Was der Begriff bedeutet, ist gerade deswegen für jeden Menschen anders. Ebenso individuell ist die Ansicht, ob Spiritualität auch Religion umfasst, oder umgekehrt, oder ob beides unterschiedliche Dinge sind. Die eigentliche Frage ist, wie wir im Coaching mit Spiritualität umgehen. Zunächst einmal geht es im urteilsfreien Gesprächs- und Erlebnisraum des Coachings nie darum, ob die Spiritualität, für die Sie sich interessieren oder bereits entschieden haben, richtig oder falsch ist. Was ist, ist. Es wird einen Grund haben, wenn Spiritualität so vielen Menschen ein Bedürfnis oder eine Sehnsucht ist. Von meiner Seite bin ich für vieles offen und habe keine fertigen Antworten. Wenn Sie im Coaching das Thema Spiritualität aufbringen möchten, dann geht nicht um deren Bewertung, sondern darum, zu erkunden, ob und inwiefern Spiritualität für Sie eine Ressource ist, die Sie auf Ihrem Weg nach vorne und Ihrem persönlichen Wachstum trägt, oder eine Hürde oder Last, mit der Sie sich selbst im Weg stehen.

Wann ist Spiritualität eine Ressource?

Sie kann beispielsweise in schwierigen Zeiten Trost oder Sinn spenden. Sie kann das eigene Sein und Wirken in den Kontext eines größeren Ganzen stellen, in dessen Dienst man sich sieht. Das relativiert die Widrigkeiten auf dem Weg dorthin. Sie kann Ängste und Einsamkeit lindern. Die Forschung sagt uns auch, dass Menschen, die an etwas glauben, im Durchschnitt länger und glücklicher leben. Sie kann den Menschen auch in seine Verantwortung und Selbstwirksamkeit bringen, wenn er beispielsweise an die Seelenwanderung glaubt und daraus schlussfolgert, dass er seine Probleme in diesem Leben regeln sollte, weil er sie sonst im nächsten erneut vorfindet und alles noch einmal von vorne durchmachen muss. Einfach aussteigen erscheint dann nicht mehr als probate Lösung. Auch ursprünglich spirituelle Techniken wie etwa Meditation und Achtsamkeit können Ruhe bringen und die Regulierung des Nervensystems in aufregenden Zeiten unterstützen. Damit stehen die inneren Ressourcen vermehrt zur Verfügung. Das ermöglicht wiederum ein „Herauszoomen“ aus dem Alltagsstress und einen ausgeweiteten Blick auf die eigenen Perspektiven. Es erlaubt dem Gehirn bessere Entscheidungen - nämlich aus dem vollen Bewusstsein und der Kreativität des sog. Neocortex statt aus automatisierten Überlebensreflexen des Limbischen Systems heraus. Nicht umsonst haben Achtsamkeitstechniken in die Entspannungspädagogik (z.B. MBSR - mindfulness-based stress reduction) und in die Psychotherapie gefunden (z.B. ACT - Akzeptanz- und Commitment-Therapie).

Wann ist sie eine Hürde?

Spiritualität und Religion können einschränkende Glaubenssätze mit sich bringen. Diese können beim Blick auf die Wirklichkeit zur Lesebrille werden, sich dadurch selbst verstärken und zu einem verengten oder erstarrten Blick auf die Welt und das eigene Leben führen. Spiritualität und Religion können die Verdrängung von Teilen des Menschseins fordern und dafür Angst, Schuld und Scham zur Verhaltenssteuerung einsetzen, statt Wachstum und persönliche Souveränität zu fördern. Überhaupt kann das Thema Spiritualität vom Thema Macht kontaminiert sein, wenn sie eine Unterordnung oder sogar eine Unterwerfung unter ein Dogma, eine Organisation oder einen „Guru“ verlangt. Sie können das Individuum auch in seiner Selbstwirksamkeit schwächen und sich sogar im magischen Denken verlieren lassen. Denn irdische Probleme fordern irdische Lösungen und lassen sich nicht einfach hinfort meditieren. Spiritualität kann Rückzug und Vermeidungsverhalten bequem machen. Man kann sich sagen, es sei doch Handlung genug, wenn man für eine bessere Welt meditiert oder betet, und damit die Welt in Wirklichkeit sich selbst überlässt. Damit kann das eigene Leben zur Summe passiv erlebter äußerer Umstände werden, statt aus den eigenen Entscheidungen heraus zu entstehen.

Die wichtige Frage

Das Coaching soll der eigenen Selbstwirksamkeit, Handlungsfähigkeit und Ausdehnung in die persönliche Souveränität dienen. In diesem Sinne ist die eigentlich relevante Frage: Hilft Ihnen Ihre Spiritualität beim Aufbau eines Seins, Lebens und Wirkens, das für Sie Sinn ergibt und Ihren tiefen Werten entspricht? Oder schränkt sie Sie ein? Oft ist es kein Entweder-Oder, sondern ein Sortieren. Es ist wie in allem: Manches ist hilfreich, manches nicht. Ich bin gespannt auf die Art, wie Sie die Welt sehen. Lesen Sie auch: Startseite Die Suche nach dem Glück Weitere Blog-Artikel Coaching für Hochsensible Coaching für Hochbegabte Hochsensibilität in Beruf und Führung Methoden des Systemischen Coachings

Alexander Hohmann - Blog

Coaching und mehr

Alexander Hohmann

Zertifizierter Life Coach

& Business Coach

Freiburg i. Br. & online

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Das Thema Spiritualität erscheint zunehmend im Coaching. Sie ist etwas sehr Individuelles, sogar Intimes. Was der Begriff bedeutet, ist gerade deswegen für jeden Menschen anders. Ebenso individuell ist die Ansicht, ob Spiritualität auch Religion umfasst, oder umgekehrt, oder ob beides unterschiedliche Dinge sind. Die eigentliche Frage ist, wie wir im Coaching mit Spiritualität umgehen. Zunächst einmal geht es im urteilsfreien Gesprächs- und Erlebnisraum des Coachings nie darum, ob die Spiritualität, für die Sie sich interessieren oder bereits entschieden haben, richtig oder falsch ist. Was ist, ist. Es wird einen Grund haben, wenn Spiritualität so vielen Menschen ein Bedürfnis oder eine Sehnsucht ist. Von meiner Seite bin ich für vieles offen und habe keine fertigen Antworten. Wenn Sie im Coaching das Thema Spiritualität aufbringen möchten, dann geht nicht um deren Bewertung, sondern darum, zu erkunden, ob und inwiefern Spiritualität für Sie eine Ressource ist, die Sie auf Ihrem Weg nach vorne und Ihrem persönlichen Wachstum trägt, oder eine Hürde oder Last, mit der Sie sich selbst im Weg stehen.

Wann ist Spiritualität eine

Ressource?

Sie kann beispielsweise in schwierigen Zeiten Trost oder Sinn spenden. Sie kann das eigene Sein und Wirken in den Kontext eines größeren Ganzen stellen, in dessen Dienst man sich sieht. Das relativiert die Widrigkeiten auf dem Weg dorthin. Sie kann Ängste und Einsamkeit lindern. Die Forschung sagt uns auch, dass Menschen, die an etwas glauben, im Durchschnitt länger und glücklicher leben. Sie kann den Menschen auch in seine Verantwortung und Selbstwirksamkeit bringen, wenn er beispielsweise an die Seelenwanderung glaubt und daraus schlussfolgert, dass er seine Probleme in diesem Leben regeln sollte, weil er sie sonst im nächsten erneut vorfindet und alles noch einmal von vorne durchmachen muss. Einfach aussteigen erscheint dann nicht mehr als probate Lösung. Auch ursprünglich spirituelle Techniken wie etwa Meditation und Achtsamkeit können Ruhe bringen und die Regulierung des Nervensystems in aufregenden Zeiten unterstützen. Damit stehen die inneren Ressourcen vermehrt zur Verfügung. Das ermöglicht wiederum ein „Herauszoomen“ aus dem Alltagsstress und einen ausgeweiteten Blick auf die eigenen Perspektiven. Es erlaubt dem Gehirn bessere Entscheidungen - nämlich aus dem vollen Bewusstsein und der Kreativität des sog. Neocortex statt aus automatisierten Überlebensreflexen des Limbischen Systems heraus. Nicht umsonst haben Achtsamkeitstechniken in die Entspannungspädagogik (z.B. MBSR - mindfulness-based stress reduction) und in die Psychotherapie gefunden (z.B. ACT - Akzeptanz- und Commitment-Therapie).

Wann ist sie eine Hürde?

Spiritualität und Religion können einschränkende Glaubenssätze mit sich bringen. Diese können beim Blick auf die Wirklichkeit zur Lesebrille werden, sich dadurch selbst verstärken und zu einem verengten oder erstarrten Blick auf die Welt und das eigene Leben führen. Spiritualität und Religion können die Verdrängung von Teilen des Menschseins fordern und dafür Angst, Schuld und Scham zur Verhaltenssteuerung einsetzen, statt Wachstum und persönliche Souveränität zu fördern. Überhaupt kann das Thema Spiritualität vom Thema Macht kontaminiert sein, wenn sie eine Unterordnung oder sogar eine Unterwerfung unter ein Dogma, eine Organisation oder einen „Guru“ verlangt. Sie können das Individuum auch in seiner Selbstwirksamkeit schwächen und sich sogar im magischen Denken verlieren lassen. Denn irdische Probleme fordern irdische Lösungen und lassen sich nicht einfach hinfort meditieren. Spiritualität kann Rückzug und Vermeidungsverhalten bequem machen. Man kann sich sagen, es sei doch Handlung genug, wenn man für eine bessere Welt meditiert oder betet, und damit die Welt in Wirklichkeit sich selbst überlässt. Damit kann das eigene Leben zur Summe passiv erlebter äußerer Umstände werden, statt aus den eigenen Entscheidungen heraus zu entstehen.

Die wichtige Frage

Das Coaching soll der eigenen Selbstwirksamkeit, Handlungsfähigkeit und Ausdehnung in die persönliche Souveränität dienen. In diesem Sinne ist die eigentlich relevante Frage: Hilft Ihnen Ihre Spiritualität beim Aufbau eines Seins, Lebens und Wirkens, das für Sie Sinn ergibt und Ihren tiefen Werten entspricht? Oder schränkt sie Sie ein? Oft ist es kein Entweder-Oder, sondern ein Sortieren. Es ist wie in allem: Manches ist hilfreich, manches nicht. Ich bin gespannt auf die Art, wie Sie die Welt sehen. Lesen Sie auch: Startseite Die Suche nach dem Glück Weitere Blog-Artikel Coaching für Hochsensible Coaching für Hochbegabte Hochsensibilität in Beruf und Führung Methoden des Systemischen Coachings