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Viele Unternehmen suchen heute nach Menschen, die sich gewissenhaft engagieren, kreativ sind, ein gutes Gespür für Menschen und Trends haben, ihr Handeln in den Dienst der Gesamtorganisation und nicht ihrer eigenen Interessen stellen, und die fähig sind, ein achtsames Miteinander zu nähren. Vielleicht haben sie solche Talente bereits im eigenen Haus und haben es noch nicht wahrgenommen? Weil sie lieber unauffällig bleiben? Wie ist es mit der Hochsensibilität bei der Arbeit und in Organisationen? Wie können Führungskräfte mit ihr umgehen, wenn sie sie in ihren Teams vorfinden? Denn 15 bis 20% der Menschen in Ihrem Arbeitsumfeld sind hochsensibel - und ein guter Teil von ihnen weiß es nicht einmal. Vielleicht gehören Sie selbst dazu? Und was bedeutet für Führungskräfte ihre eigene Hochsensibilität? Hier geht es um Hochsensibilität im Arbeitsumfeld und im Zusammenhang mit Führungsaufgaben. Mehr Hintergrundinformationen zur Hochsensibilität als persönliche Eigenschaft finden Sie hier: Coaching für Hochsensible.

Hochsensible im Arbeitsumfeld – wesentliche

Eigenschaften

Alles hat seine Vor- und Nachteile, auch Hochsensibilität. Es geht also darum, den Kontext zu schaffen, in dem sich die Vorteile maximal entfalten und die Nachteile kaum ins Gewicht fallen. Stellt man den richtigen Rahmen bereit, lassen sich in der Hochsensibilität zahlreiche Schätze heben, die der Organisation als Ganzes wertvolle Dienste leisten können. Mit welchen Eigenschaften von Hochsensiblen müssen Unternehmen rechnen? Wie können sie ihnen gerecht werden, damit die hochsensiblen Personen dem Unternehmen ihr volles Potenzial zur Verfügung stellen können? Intensive Wahrnehmungen Hochsensible Personen können Stimmungen, Strömungen und Trends wahrnehmen und früher als andere bemerken, wenn sich etwas zusammenbraut. Da die tiefe Verarbeitung dieser Wahrnehmungen zunächst etwas Zeit und Energie verbraucht, kann es sein, dass sie in Besprechungen oder neuen Situationen erst einmal die stillen Beobachter sind. Wenn sie ihr Umfeld als vertrauenswürdig eingestuft haben, öffnen sie sich mehr. Lassen Sie ihnen (oder sich selbst) etwas Zeit und vertrauen Sie dem ersten Eindruck nicht. Hochsensible Menschen können besonders distanziert und kühl wirken. Das ist Selbstschutz. Ist das Vertrauen da, können sie sich von ihrer warmherzigen und empathischen Seite zeigen. Dann erweisen sie sich häufig als achtsame, beliebte und geschätzte Kollegen. Kreativität und Intuition - sofern willkommen Von Hochsensiblen kann man originelle Wege und Lösungen erwarten. Allerdings kann es gerade bei introvertierten Hochsensiblen sein, dass sie ihre Ideen nicht vortragen, sofern sie dazu nicht eingeladen werden. Insbesondere in Besprechungen wird eine kluge Moderation also auch immer die Leisen und Stillen dazu einladen, ihren Standpunkt zu äußern. Denn die Antwort könnte überraschen - durch Originalität, Kreativität und vorausschauende Berücksichtigung vieler Faktoren und Bedürfnisse. Eine solch einladende Moderation ist besonders dann wichtig, wenn das Umfeld noch abwertend auf Hochsensibilität reagiert (“Unser Sensibelchen”). Gewissenhaftigkeit Diese Eigenschaft steht oft oben in der Liste der Eigenschaften, die mit der Hochsensibilität in Verbindung gebracht werden, auch weil sie eine der fünf Eigenschaften im „Big-Five“-Persönlichkeitsmodell ist. Hochsensible stellen meistens die Sache über ihr eigenes Ego (und sie hegen wenig Sympathie dafür, dass andere es umgekehrt tun). Diese Gewissenhaftigkeit kann unter Umständen in einen Perfektionismus kippen und sogar zu Erschöpfung führen. Dann ist es gut, wenn eine andere Person das Feedback gibt, dass das Geleistete bereits ausreicht. Arbeitgeber sollten bedenken: Gewissenhaftigkeit ist in der psychologischen Forschung die Eigenschaft, die am verlässlichsten den beruflichen Erfolg eines jungen Menschen voraussagt. Gutes Bewusstsein für die Bedürfnisse anderer Menschen fördert die Resilienz der Gruppe und der Organisation, besonders in Zeiten von Wandel und “Change” Die Evolution hat die Hochsensibilität wahrscheinlich hervor gebracht, damit diese Individuen Gefahren früh erkennen und das Überleben der Gruppe gesichert bleibt. Solche Gefahren gibt es aber nicht nur nach außen. Hochsensible können auch erkennen, wenn im Team oder in der Gruppe etwas aus dem Ruder laufen wird. Sie können früher aktiv werden oder andere warnen, wenn die Herausforderungen noch leicht zu lösen sind. Dadurch erhöht sich die Resilienz der Gruppe, des Teams oder der Organisation insgesamt. Die Gefahr kann sein, dass Hochsensible ihre eigenen Bedürfnisse ganz aus dem Blick verlieren. Dann muss man sie paradoxerweise daran erinnern erinnern, dass auch sie Bedürfnisse haben (dürfen). Zuhörfähigkeit für mehr Kundenzufriedenheit und Umsatz Hochsensible können nicht nur Bedürfnisse in der eigenen Gruppe gut erkennen. Sondern sie können sich auch besonders gut in die Bedürfnisse der Kunden eindenken – auch solche, die dem Kunden noch nicht bewusst sind. Das betrifft beispielsweise das Anforderungsmanagement oder Berufe, in denen Kundenbedürfnisse mit den Kunden zusammen erarbeitet werden müssen. Kunden fühlen sich von ihnen gut verstanden. Die ermittelten Anforderungen führen mit Hochsensiblen öfter zu einem Projektergebnis, das den Kundenvorstellungen entspricht. Das hat direkten Einfluss auf den Umsatz und die Reputation des Unternehmens. Auch andere Berufe, in denen einfach ein achtsamer Umgang mit anderen Menschen wertvoll ist, bekommen durch Hochsensibilität eine zusätzliche Qualität, angefangen mit heilenden oder pflegenden Berufen, oder auch in der Personalentwicklung. Unterschiedliche Standpunkte integrieren In den heutigen Zeiten bringen viele Hochsensible eine zu seltene Fähigkeit mit. Sie können für andere Sichtweisen offen bleiben und andere Standpunkte berücksichtigen. Auch wenn Kritik Hochsensible ins Mark treffen kann, steht ihnen nur selten ihr Ego so weit im Weg, einen Fehler nicht zugeben zu können oder andere Standpunkte auszublenden. Mit Hochsensibilität geht also ein ganz gutes Immunsystem gegen Polarisierungen einher. Aufgaben, die mit der Bewältigung und Integration von Vielfalt zu tun haben, liegen ihnen oft gut. Risikoverhalten und Planung Hochsensible gelten als risikoavers. Man sollte aber genauer sagen, dass sie nur sehr ungern ungeplante Risiken eingeben. Haben sie die Zeit und Gelegenheit, Risiken und Veränderungen zu planen und möglicherweise in kleinere Schritte aufzuteilen, können sie am Ende genau so weit in die Veränderungen gehen, wie andere auch. Hochsensible sind oft gut im Planen. Sie planen auch Eventualitäten ein, an die andere nicht denken. Es ist eine gute Idee, Planungsarbeiten an Hochsensible zu geben oder zumindest sicherzustellen, dass Hochsensible im Planungsteam vertreten sind und gehört werden. Die Zwischenstopps, die Hochsensible in Veränderungszeiten ohnehin für sich selbst brauchen, können auch bei Projektdurchführungen sinnvolle Momente der Justierung und Validierung sein. In agilen Methoden sind die Zwischenstopps ohnehin eingebaut. Insbesondere das Risikomanagement gewinnt an Qualität – sofern die Unternehmenskultur solche Menschen nicht als „Bedenkenträger“ abwertet. So war zum Beispiel die große Finanzkrise, die 2007 ihren Lauf nahm, in erster Linie eine Krise des Risikomanagements. Der Ausgang zeigt, dass die Risikobewussten Recht hatten. Man hörte nur nicht mehr auf sie und wertete sie als “Bedenkenträger” ab. Konflikt- & Wettbewerbssituationen Wo Konflikte, Wettbewerb und vielleicht auch „Ellenbogenmentalität“ herrschen, fühlen sich Hochsensible unwohl. Die Verarbeitung der intensiven inneren Reize, die dadurch aufkommen, kann zu einer inneren Lähmung führen. In diesen Situation geht eniges vom Potenzial der Hochsensiblen verloren. Großer Einfluss des Arbeitsumfelds Den meisten Hochsensiblen ist der Trend zum Großraumbüro und „Flex Office“ ein Graus. (Das haben sie übrigens mit vielen Introvertierten gemeinsam, wie Susan Cain in ihrem Klassiker namens “Still” beschreibt.) Bei viel Bewegung und Lautstärke im Raum können sie die entsprechenden Ablenkungsreize nicht gut ausblenden. Zu viel Licht kann für manche ebenfalls unangenehm sein. Wo kleine Räume oder Einzelbüros nicht möglich sind, können Unternehmen zumindest lautes und leises Arbeiten räumlich trennen bzw. die Mitarbeiter dazu anhalten, Gespräche und Telefonate außerhalb des Gemeinschaftsbüros zu führen. Bei fortlaufendem Unwohlsein im Arbeitsumfeld sollte eine hochsensible Person das Gespräch mit der Führungskraft suchen und sich ggf. eine geeignetere Arbeit suchen. Mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein („Ego“) Diesen Mangel teilen viele Hochsensible, auch wenn er mit den Jahren abnimmt. Haben Hochsensible ihren Weg oder ihren Platz gefunden, können sie das viel entspannter sehen. Oft wird ein solcher Mangel an „Ego“ in unserer heutigen Gesellschaft noch als Schwäche gesehen und solche Menschen werden gelegentlich von anderen „überfahren“ oder sogar gemobbt. Da kann es im Unternehmen an manchen Stellen sogar stilles Leid geben. Das muss man im Auge behalten – allein schon aus Gründen des betrieblichen Gesundheitsmanagements, aber auch im Sinne der Menschlichkeit. Außerdem findet ein Umdenken statt: Unternehmen wünschen sich zunehmen Mitarbeiter, die sich der Sache widmen, und nicht die Sache für ihr Ego nutzen. Rückzugsbedürfnis, Pausen Hochsensible Menschen brauchen Pausen, um die Reizflut zu verarbeiten. Wenn sie in die Überforderung kommen, verlieren sie ihre Produktivität. Daher sind diese Pausen wichtig. Zum Beispiel können lange Besprechungen oder Trainings mit wenigen Pausen für sie sehr anstrengend sein, auch wenn sie nur zuhören. Ein ruhiger Ort, an den sie sich zurückziehen können, ist hilfreich. Zusammenhänge und das große Ganze Hochsensible machen sich oft Gedanken über ihren eigentlichen Aufgabenbereich hinaus und können Zusammenhänge sehen, die anderen entgehen. In diesem Fall qualifiziert sie es für interdisziplinäre Aufgaben und Stabsstellen. Wenn ein hochsensibler Mensch aus einem anderen Bereich Ihnen also eine Anregung mitteilt, etwas in Ihrem Bereich anders zu machen, wehren Sie das bitte nicht gleich als Einmischung ab. Denn in der Regel ist es als aufrichtiger Verbesserungsvorschlag zu werten und kann durchaus sinnvoll sein. Hochsensible haben häufig einen tiefen Sinn für die Zusammenhänge zwischen Menschen und in der Welt. In Zeiten, in denen nach mehr „Sinn“ für Arbeit und Organsation gesucht wird, kann es also eine gute Idee sein, einen hochsensiblen Menschen nach seiner Einschätzung zu befragen.

Sind hochsensible Führungskräfte für

Führungsaufgaben geeignet?

Erst etwas Offensichtliches: Es gibt da keine klare Antwort, da es natürlich ein Zusammenspiel zwischen der einzelnen Persönlichkeit und der Situation gibt. Die Forschung sagt auch noch zu wenig dazu. Eine hochsensible Gründerperson, die von Anfang an ihre Organisation leitet, kann ihr ihre ganz besondere Prägung geben und sich in dieser Position wohl fühlen. Das Führen in der „Sandwichposition“ des mittleren Managements kann aber belastend sein. Denn man muss mit teils widersprüchlichen Anforderungen und Projektionen von „oben“ und von „unten“ umgehen. Hochsensible haben häufig ein Bedürfnis für Ausgleich und Gleichgewicht im menschlichen Miteinander. In Führungsaufgaben erlebt man aber, dass diese teils widersprüchlich und sogar unvereinbar sein können. Als Führungskraft müssen sie auch auch Weisungen und Entscheidungen umsetzen, die sie als unfair werten oder deren menschlicher Preis ihnen nicht entgeht. Das kann ins Mark gehen. Vielleicht gilt auch hier wie in der Kindheit die Faustregel, dass Hochsensible in einem positiven, stabilen Umfeld aufblühen, dass negativer Stress und ein konfliktreiches Umfeld sie hingegen besonders stark belasten. („Vantage Sensitivity“) Eine hochsensible Führungskraft bringt gute Fähigkeiten für ein Umfeld mit, das relativ stabil ist und in dem das Zwischenmenschliche wichtig ist. Das ist glücklicherweise etwas, das heute in Unternehmen höher bewertet wird, als in früheren Zeiten. Tritt jedoch eine Krise auf, die Veränderungen oder Umstrukturierungen bedeutet, oder müssen sie Mitarbeiter im Gespräch maßregeln oder sogar entlassen, können sie in die Empathiefalle geraten. Sie tun sich schwer damit, die Auswirkungen ihres Handelns auf den Mitmenschen auszublenden. Sie können darunter leiden, wenn aus dem Miteinander ein Gegeneinander wird. Für einen Stil wie “Ich zuerst und nach mir die Sintflut” sind viele Hochsensible nicht geeignet. Ist dann die Krise durchlaufen, können hochsensible Führungskräfte wiederum wertvolle Beträge dazu leisten, das menschliche Gefüge wieder in ein Gleichgewicht zu bringen und das organisatorische “Trauma” zu heilen. Dann findet das Unternehmen oder die Organisation schneller wieder in eine gesunde Funktionsweise zurück, statt in einer Art “posttraumatischen” Starre zu verharren. Man kann etwas Ähnliches bei den Tieren sehen: Nähert sich eine Bedrohung der Herde, schlagen die hochsensiblen Individuen Alarm, noch bevor die anderen Tiere in der Herde die Gefahr bemerken. Dann setzen sich alle in Bewegung - auch die, die die Gefahr noch nicht gesehen haben. Daraufhin gehen eher die nichthochsensiblen Teile der Herde in den Angriff über und wehren die Gefahr ab. Ist das Umfeld wieder friedlich, findet die Herde in eine entspannte Konfiguration zurück. Damit sich eine Führungsperson oder werdende Führungsperson an diese verschiedenen Umstände anpassen und eventuelle Widersprüche auflösen kann, kann eine Begleitung durch einen Coach sinnvoll sein. Denn es treten viele innere Fragen auf, die man aus verständlichen Gründen nicht mit dem Team besprechen möchte. Und ehrlich gesagt möchte man auch nicht immer die eigene Führungskraft darauf ansprechen. Dann hilft ein neutraler Blick von außen.

Alexander Hohmann

Life Coach & Business Coach

in Freiburg (DE), La Houssaye en Brief (FR) und Online

Logo Alexander Hohmann
Hochsensibilität, Organisationen, Arbeits, Führung Logo, Systemischer Coach Alexander Hohmann

Alexander Hohmann

Persönlicher Coach &

Business Coach

deutsch - französisch - englisch

Viele Unternehmen suchen heute nach Menschen, die sich gewissenhaft engagieren, kreativ sind, ein gutes Gespür für Menschen und Trends haben, ihr Handeln in den Dienst der Gesamtorganisation und nicht ihrer eigenen Interessen stellen, und die fähig sind, ein achtsames Miteinander zu nähren. Vielleicht haben sie solche Talente bereits im eigenen Haus und haben es noch nicht wahrgenommen? Weil sie lieber unauffällig bleiben? Wie ist es mit der Hochsensibilität bei der Arbeit und in Organisationen? Wie können Führungskräfte mit ihr umgehen, wenn sie sie in ihren Teams vorfinden? Denn 15 bis 20% der Menschen in Ihrem Arbeitsumfeld sind hochsensibel - und ein guter Teil von ihnen weiß es nicht einmal. Vielleicht gehören Sie selbst dazu? Und was bedeutet für Führungskräfte ihre eigene Hochsensibilität? Hier geht es um Hochsensibilität im Arbeitsumfeld und im Zusammenhang mit Führungsaufgaben. Mehr Hintergrundinformationen zur Hochsensibilität als persönliche Eigenschaft finden Sie hier: Coaching für Hochsensible.

Hochsensible im

Arbeitsumfeld – wesentliche

Eigenschaften

Alles hat seine Vor- und Nachteile, auch Hochsensibilität. Es geht also darum, den Kontext zu schaffen, in dem sich die Vorteile maximal entfalten und die Nachteile kaum ins Gewicht fallen. Stellt man den richtigen Rahmen bereit, lassen sich in der Hochsensibilität zahlreiche Schätze heben, die der Organisation als Ganzes wertvolle Dienste leisten können. Mit welchen Eigenschaften von Hochsensiblen müssen Unternehmen rechnen? Wie können sie ihnen gerecht werden, damit die hochsensiblen Personen dem Unternehmen ihr volles Potenzial zur Verfügung stellen können? Intensive Wahrnehmungen Hochsensible Personen können Stimmungen, Strömungen und Trends wahrnehmen und früher als andere bemerken, wenn sich etwas zusammenbraut. Da die tiefe Verarbeitung dieser Wahrnehmungen zunächst etwas Zeit und Energie verbraucht, kann es sein, dass sie in Besprechungen oder neuen Situationen erst einmal die stillen Beobachter sind. Wenn sie ihr Umfeld als vertrauenswürdig eingestuft haben, öffnen sie sich mehr. Lassen Sie ihnen (oder sich selbst) etwas Zeit und vertrauen Sie dem ersten Eindruck nicht. Hochsensible Menschen können besonders distanziert und kühl wirken. Das ist Selbstschutz. Ist das Vertrauen da, können sie sich von ihrer warmherzigen und empathischen Seite zeigen. Dann erweisen sie sich häufig als achtsame, beliebte und geschätzte Kollegen. Kreativität und Intuition - sofern willkommen Von Hochsensiblen kann man originelle Wege und Lösungen erwarten. Allerdings kann es gerade bei introvertierten Hochsensiblen sein, dass sie ihre Ideen nicht vortragen, sofern sie dazu nicht eingeladen werden. Insbesondere in Besprechungen wird eine kluge Moderation also auch immer die Leisen und Stillen dazu einladen, ihren Standpunkt zu äußern. Denn die Antwort könnte überraschen - durch Originalität, Kreativität und vorausschauende Berücksichtigung vieler Faktoren und Bedürfnisse. Eine solch einladende Moderation ist besonders dann wichtig, wenn das Umfeld noch abwertend auf Hochsensibilität reagiert (“Unser Sensibelchen”). Gewissenhaftigkeit Diese Eigenschaft steht oft oben in der Liste der Eigenschaften, die mit der Hochsensibilität in Verbindung gebracht werden, auch weil sie eine der fünf Eigenschaften im „Big-Five“- Persönlichkeitsmodell ist. Hochsensible stellen meistens die Sache über ihr eigenes Ego (und sie hegen wenig Sympathie dafür, dass andere es umgekehrt tun). Diese Gewissenhaftigkeit kann unter Umständen in einen Perfektionismus kippen und sogar zu Erschöpfung führen. Dann ist es gut, wenn eine andere Person das Feedback gibt, dass das Geleistete bereits ausreicht. Arbeitgeber sollten bedenken: Gewissenhaftigkeit ist in der psychologischen Forschung die Eigenschaft, die am verlässlichsten den beruflichen Erfolg eines jungen Menschen voraussagt. Gutes Bewusstsein für die Bedürfnisse anderer Menschen fördert die Resilienz der Gruppe und der Organisation, besonders in Zeiten von Wandel und “Change” Die Evolution hat die Hochsensibilität wahrscheinlich hervor gebracht, damit diese Individuen Gefahren früh erkennen und das Überleben der Gruppe gesichert bleibt. Solche Gefahren gibt es aber nicht nur nach außen. Hochsensible können auch erkennen, wenn im Team oder in der Gruppe etwas aus dem Ruder laufen wird. Sie können früher aktiv werden oder andere warnen, wenn die Herausforderungen noch leicht zu lösen sind. Dadurch erhöht sich die Resilienz der Gruppe, des Teams oder der Organisation insgesamt. Die Gefahr kann sein, dass Hochsensible ihre eigenen Bedürfnisse ganz aus dem Blick verlieren. Dann muss man sie paradoxerweise daran erinnern erinnern, dass auch sie Bedürfnisse haben (dürfen). Zuhörfähigkeit für mehr Kundenzufriedenheit und Umsatz Hochsensible können nicht nur Bedürfnisse in der eigenen Gruppe gut erkennen. Sondern sie können sich auch besonders gut in die Bedürfnisse der Kunden eindenken – auch solche, die dem Kunden noch nicht bewusst sind. Das betrifft beispielsweise das Anforderungsmanagement oder Berufe, in denen Kundenbedürfnisse mit den Kunden zusammen erarbeitet werden müssen. Kunden fühlen sich von ihnen gut verstanden. Die ermittelten Anforderungen führen mit Hochsensiblen öfter zu einem Projektergebnis, das den Kundenvorstellungen entspricht. Das hat direkten Einfluss auf den Umsatz und die Reputation des Unternehmens. Auch andere Berufe, in denen einfach ein achtsamer Umgang mit anderen Menschen wertvoll ist, bekommen durch Hochsensibilität eine zusätzliche Qualität, angefangen mit heilenden oder pflegenden Berufen, oder auch in der Personalentwicklung. Unterschiedliche Standpunkte integrieren In den heutigen Zeiten bringen viele Hochsensible eine zu seltene Fähigkeit mit. Sie können für andere Sichtweisen offen bleiben und andere Standpunkte berücksichtigen. Auch wenn Kritik Hochsensible ins Mark treffen kann, steht ihnen nur selten ihr Ego so weit im Weg, einen Fehler nicht zugeben zu können oder andere Standpunkte auszublenden. Mit Hochsensibilität geht also ein ganz gutes Immunsystem gegen Polarisierungen einher. Aufgaben, die mit der Bewältigung und Integration von Vielfalt zu tun haben, liegen ihnen oft gut. Risikoverhalten und Planung Hochsensible gelten als risikoavers. Man sollte aber genauer sagen, dass sie nur sehr ungern ungeplante Risiken eingeben. Haben sie die Zeit und Gelegenheit, Risiken und Veränderungen zu planen und möglicherweise in kleinere Schritte aufzuteilen, können sie am Ende genau so weit in die Veränderungen gehen, wie andere auch. Hochsensible sind oft gut im Planen. Sie planen auch Eventualitäten ein, an die andere nicht denken. Es ist eine gute Idee, Planungsarbeiten an Hochsensible zu geben oder zumindest sicherzustellen, dass Hochsensible im Planungsteam vertreten sind und gehört werden. Die Zwischenstopps, die Hochsensible in Veränderungszeiten ohnehin für sich selbst brauchen, können auch bei Projektdurchführungen sinnvolle Momente der Justierung und Validierung sein. In agilen Methoden sind die Zwischenstopps ohnehin eingebaut. Insbesondere das Risikomanagement gewinnt an Qualität – sofern die Unternehmenskultur solche Menschen nicht als „Bedenkenträger“ abwertet. So war zum Beispiel die große Finanzkrise, die 2007 ihren Lauf nahm, in erster Linie eine Krise des Risikomanagements. Der Ausgang zeigt, dass die Risikobewussten Recht hatten. Man hörte nur nicht mehr auf sie und wertete sie als “Bedenkenträger” ab. Konflikt- & Wettbewerbssituationen Wo Konflikte, Wettbewerb und vielleicht auch „Ellenbogenmentalität“ herrschen, fühlen sich Hochsensible unwohl. Die Verarbeitung der intensiven inneren Reize, die dadurch aufkommen, kann zu einer inneren Lähmung führen. In diesen Situation geht eniges vom Potenzial der Hochsensiblen verloren. Großer Einfluss des Arbeitsumfelds Den meisten Hochsensiblen ist der Trend zum Großraumbüro und „Flex Office“ ein Graus. (Das haben sie übrigens mit vielen Introvertierten gemeinsam, wie Susan Cain in ihrem Klassiker namens “Still” beschreibt.) Bei viel Bewegung und Lautstärke im Raum können sie die entsprechenden Ablenkungsreize nicht gut ausblenden. Zu viel Licht kann für manche ebenfalls unangenehm sein. Wo kleine Räume oder Einzelbüros nicht möglich sind, können Unternehmen zumindest lautes und leises Arbeiten räumlich trennen bzw. die Mitarbeiter dazu anhalten, Gespräche und Telefonate außerhalb des Gemeinschaftsbüros zu führen. Bei fortlaufendem Unwohlsein im Arbeitsumfeld sollte eine hochsensible Person das Gespräch mit der Führungskraft suchen und sich ggf. eine geeignetere Arbeit suchen. Mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein („Ego“) Diesen Mangel teilen viele Hochsensible, auch wenn er mit den Jahren abnimmt. Haben Hochsensible ihren Weg oder ihren Platz gefunden, können sie das viel entspannter sehen. Oft wird ein solcher Mangel an „Ego“ in unserer heutigen Gesellschaft noch als Schwäche gesehen und solche Menschen werden gelegentlich von anderen „überfahren“ oder sogar gemobbt. Da kann es im Unternehmen an manchen Stellen sogar stilles Leid geben. Das muss man im Auge behalten – allein schon aus Gründen des betrieblichen Gesundheitsmanagements, aber auch im Sinne der Menschlichkeit. Außerdem findet ein Umdenken statt: Unternehmen wünschen sich zunehmen Mitarbeiter, die sich der Sache widmen, und nicht die Sache für ihr Ego nutzen. Rückzugsbedürfnis, Pausen Hochsensible Menschen brauchen Pausen, um die Reizflut zu verarbeiten. Wenn sie in die Überforderung kommen, verlieren sie ihre Produktivität. Daher sind diese Pausen wichtig. Zum Beispiel können lange Besprechungen oder Trainings mit wenigen Pausen für sie sehr anstrengend sein, auch wenn sie nur zuhören. Ein ruhiger Ort, an den sie sich zurückziehen können, ist hilfreich. Zusammenhänge und das große Ganze Hochsensible machen sich oft Gedanken über ihren eigentlichen Aufgabenbereich hinaus und können Zusammenhänge sehen, die anderen entgehen. In diesem Fall qualifiziert sie es für interdisziplinäre Aufgaben und Stabsstellen. Wenn ein hochsensibler Mensch aus einem anderen Bereich Ihnen also eine Anregung mitteilt, etwas in Ihrem Bereich anders zu machen, wehren Sie das bitte nicht gleich als Einmischung ab. Denn in der Regel ist es als aufrichtiger Verbesserungsvorschlag zu werten und kann durchaus sinnvoll sein. Hochsensible haben häufig einen tiefen Sinn für die Zusammenhänge zwischen Menschen und in der Welt. In Zeiten, in denen nach mehr „Sinn“ für Arbeit und Organsation gesucht wird, kann es also eine gute Idee sein, einen hochsensiblen Menschen nach seiner Einschätzung zu befragen.

Sind hochsensible

Führungskräfte für

Führungsaufgaben geeignet?

Erst etwas Offensichtliches: Es gibt da keine klare Antwort, da es natürlich ein Zusammenspiel zwischen der einzelnen Persönlichkeit und der Situation gibt. Die Forschung sagt auch noch zu wenig dazu. Eine hochsensible Gründerperson, die von Anfang an ihre Organisation leitet, kann ihr ihre ganz besondere Prägung geben und sich in dieser Position wohl fühlen. Das Führen in der „Sandwichposition“ des mittleren Managements kann aber belastend sein. Denn man muss mit teils widersprüchlichen Anforderungen und Projektionen von „oben“ und von „unten“ umgehen. Hochsensible haben häufig ein Bedürfnis für Ausgleich und Gleichgewicht im menschlichen Miteinander. In Führungsaufgaben erlebt man aber, dass diese teils widersprüchlich und sogar unvereinbar sein können. Als Führungskraft müssen sie auch auch Weisungen und Entscheidungen umsetzen, die sie als unfair werten oder deren menschlicher Preis ihnen nicht entgeht. Das kann ins Mark gehen. Vielleicht gilt auch hier wie in der Kindheit die Faustregel, dass Hochsensible in einem positiven, stabilen Umfeld aufblühen, dass negativer Stress und ein konfliktreiches Umfeld sie hingegen besonders stark belasten. („Vantage Sensitivity“) Eine hochsensible Führungskraft bringt gute Fähigkeiten für ein Umfeld mit, das relativ stabil ist und in dem das Zwischenmenschliche wichtig ist. Das ist glücklicherweise etwas, das heute in Unternehmen höher bewertet wird, als in früheren Zeiten. Tritt jedoch eine Krise auf, die Veränderungen oder Umstrukturierungen bedeutet, oder müssen sie Mitarbeiter im Gespräch maßregeln oder sogar entlassen, können sie in die Empathiefalle geraten. Sie tun sich schwer damit, die Auswirkungen ihres Handelns auf den Mitmenschen auszublenden. Sie können darunter leiden, wenn aus dem Miteinander ein Gegeneinander wird. Für einen Stil wie “Ich zuerst und nach mir die Sintflut” sind viele Hochsensible nicht geeignet. Ist dann die Krise durchlaufen, können hochsensible Führungskräfte wiederum wertvolle Beträge dazu leisten, das menschliche Gefüge wieder in ein Gleichgewicht zu bringen und das organisatorische “Trauma” zu heilen. Dann findet das Unternehmen oder die Organisation schneller wieder in eine gesunde Funktionsweise zurück, statt in einer Art “posttraumatischen” Starre zu verharren. Man kann etwas Ähnliches bei den Tieren sehen: Nähert sich eine Bedrohung der Herde, schlagen die hochsensiblen Individuen Alarm, noch bevor die anderen Tiere in der Herde die Gefahr bemerken. Dann setzen sich alle in Bewegung - auch die, die die Gefahr noch nicht gesehen haben. Daraufhin gehen eher die nichthochsensiblen Teile der Herde in den Angriff über und wehren die Gefahr ab. Ist das Umfeld wieder friedlich, findet die Herde in eine entspannte Konfiguration zurück. Damit sich eine Führungsperson oder werdende Führungsperson an diese verschiedenen Umstände anpassen und eventuelle Widersprüche auflösen kann, kann eine Begleitung durch einen Coach sinnvoll sein. Denn es treten viele innere Fragen auf, die man aus verständlichen Gründen nicht mit dem Team besprechen möchte. Und ehrlich gesagt möchte man auch nicht immer die eigene Führungskraft darauf ansprechen. Dann hilft ein neutraler Blick von außen.
Ruhige Achtsamkeit im Park von Versailles
Ruhige Achtsamkeit im Park von Versailles
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Hochsensibilität in Organisationen,

Arbeit, Führungsfragen